Circus Luna

Auf den ersten Blick scheint es sich beim Circus Luna um einen kleinen Familiencircus zu handeln. Mit seinen weiß/roten Zeltanlagen und dem kleinen Fuhrpark wirkt er wie aus einem Bilderbuch entsprungen.

Bei näherer Betrachtung fällt dann auf, dass hier das Kleine, Poetische, Heimelige, Kindgerechte ganz bewusst gepflegt und erhalten wird. Seit fast 25 Jahren bemühen wir uns darum ein kleines und feines Kinder- und Jugend-Circusprojekt zu bleiben.

Nicht Superlative und artistische Höchstleistungen sind Ziel unserer circuspädagogischen Arbeit, sondern künstlerische und artistische Entfaltung, individuelle Förderung, aktiver Spaß und gelebte Gemeinschaft.

Damit das auch künftig so ist, werden alle unsere Projekte von uns persönlich geleitet und Zelt und Gruppengrößen auch weiterhin übersichtlich und damit kindgerecht bleiben.

Im Folgenden erfahren Sie mehr über:

Familie Luna

Die Familie Luna besteht aus dem Ehepaar Claudia und Peter und deren Kindern Leonid und Marie.

Peter Bethäuser

Für Peter steht schon früh fest, dass er mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchte. Über das ehrenamtliche Engagement in einem kirchlichen Jugendverband, kommt er zum Beruf Erzieher und arbeitet schließlich in der kirchlichen Jugendpflege. Durch die Auseinandersetzung mit Möglichkeiten der Kindermitbestimmung kommt er mit 20 Jahren zur Kinderrepublik „Benposta“ in Nordspanien und lernt hier den „Circo Los Muchachos“, den „Circus der Jungen“, kennen.

Mit dem Circusfieber infiziert beginnt er selbst Akrobatik, Jonglage und Schlappseil zu lernen und diese Techniken in der Jugendarbeit einzusetzen. In den Sommerferien 1989 führt er dann im Rahmen der kirchlichen Jugendpflege zusammen mit Clown Frosch auf der Nordseeinsel Pellworm erstmals ein Circus-Feriencamp durch. Zwar sind bei diesem Projekt die Mittel und Möglichkeiten noch vergleichsweise bescheiden, doch bietet die Insel einen idealen Rahmen für den Einstieg.

Schon im Jahr 1991 kauft er gemeinsam mit Clown Frosch ein erstes Circuszelt. Zusammen führen sie nicht nur pädagogische Circusprojekte durch, sondern gehen auch selbst mit dem kleinem Zelt und alten Holzwagen auf Tour.

1993 macht Peter eine berufsbegleitende Weiterbildung zum Kulturpädagogen und gründet, zunächst noch mit einem Geschäftspartner, den Circus Luna. Seit 1995 ist Peter mit Claudia verheiratet und sie leiten den Circus Luna als richtiges Familienunternehmen gemeinsam.

Seit vielen Jahren engagiert Peter sich innerhalb der Bundesarbeitsgemeinschaft Zirkuspädagogik (BAG-Zirkus) in den Bereichen „Circus-Jugendübungsleiter-Qualifizierung“ und „Sicherheit und Gesundheit“. Als einer der ersten erhält er die Anerkennung als Zirkuspädagoge BAG.

Claudia Bethäuser-Roos

Claudia lernt nach der Schule zunächst Arzthelferin. Doch nach fünf Jahren hängt sie den Schwesternkittel in den Kostümfundus, macht das Abitur und studiert Sozialpädagogik mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe. Begleitend zum Studium arbeitet sie bei Kinderfreizeiten der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreis Würzburg mit und lernt hierbei auch Circusdirektor Peter kennen und lieben.

Damit sind die Weichen für die Zukunft gestellt. Claudia erarbeitet mit Peter eine Partnerakrobatik und entdeckt für sich das Drahtseil. Neben ihrem Jahrespraktikum im Kinderspielzentrum Zellerau in Würzburg arbeitet sie kontinuierlich bei Projekten des Circus Luna als Trainerin mit.

Im Oktober 1995 feiern Claudia und Peter zusammen mit mehreren hundert „ihrer“ Circuskinder eine unvergessliche Circushochzeit.

1996 schließt sie das Studium mit einer Diplomarbeit über „Konzeption und Durchführung sozialpädagogischer Circusprojekte“ ab und widmet sich nun ganz der Circusarbeit.

Leonid Luna Bethäuser

Leonid wird schon in den Circus hineingeboren. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass viele ihn nur unter dem Namen Lenny Luna kennen. Circusprojekte und das Leben im Wohnwagen gehören von Anfang an zu seinem Lebensalltag.

Der Wunsch selbst Artist zu werden kommt aber erst mit 16 Jahren auf, als er sich für die 11. Klasse der Waldorfschule ein Thema für seine Jahresarbeit überlegen muss.

Er entscheidet sich für das Thema „Muskelaufbau und Erarbeitung einer Mastakrobatik“. Neben dem Bau eines Chinesischen Mast und dem eigenen artistischen Training, leitete er ein wöchentliches Training für Mitschüler an und setzte sich mit Trainingslehre und Ernährung auseinander.

Gleichzeitig entsteht der Wunsch Berufsartist zu werden und sich an der Staatlichen Artistenschule Berlin zu bewerben. Diese kennt er bisher vor allem durch die Gastspiele der Absolventenshow und durch beim Circus Luna engagierte Artisten. So erarbeitet er zusammen mit Carina Fee Guillermo-Möller, die er durch gemeinsame Circuscamps kennt, eine Nummer am Duo-Trapez und bewirbt sich an der Artistenschule.

Das Unerwartete tritt ein und sie werden angenommen. Mittlerweile befinden sie sich im dritten und letzten Ausbildungsjahr und werden im Sommer 2017 mit einer Luft- und einer Bodenakrobatik absolvieren …

Marie Bethäuser

Marie besucht im Moment die 7. Klasse der Waldorfschule Würzburg. Für sie ist der Circus ihr Ferienalltag, den sie mit ihren Freundinnen genießen kann. Ob sie später auch mit dem Circus verbunden sein wird, steht noch in den Sternen. (Vielleicht weiß es der Mond …)

Unser Team

Bei unseren unterschiedlichen Projekten werden wir von einem großen Team unterstützt. Neben einigen erfahrenen Artisten sind das vor allem unsere vielen Circus-Jugendübungsleiter, Circustrainer und FSJ'ler, die ihre eigenen Vorerfahrungen als Teilnehmer an andere Kinder und Jugendliche weitergeben wollen.

Artisten

Natürlich braucht es in einem Kinder- und Jugendcircus auch richtige erfahrene Artisten, zu denen man aufschauen kann, die als Vorbild dienen und deren Leistungen man nicht in wenigen Wochen überbieten kann. Der Circus ist dann weit mehr als nur ein Ferienspiel oder eine belanglose Freizeitbeschäftigung.

Dabei geht es uns natürlich nicht darum, dass möglichst viele Jugendliche selbst Artisten werden sollen, sondern darum, dass Erwachsene einem mit wirklichem Interesse begegnen und damit als Vorbild dienen können.

Einige unserer treusten und wertvollsten Weggefährten wollen wir hier ausführlich würdigen:

Akrobatikclown Abdul Elakel aus Marokko

Abdul ist wohl schon als Akrobat zur Welt gekommen. Er ist in einem Land und zu einer Zeit geboren, in dem es keine Seltenheit ist, dass Kinder ein Rad schlagen, noch bevor sie richtig laufen lernen. Circusdirektoren aus der ganzen Welt reisen deshalb im Winter nach Marrakesch in Marokko und suchen auf dem »Djema el Fnah«, dem Platz des Todes, nach neuen Artisten.

So kommt auch Abdul vor über 35 Jahren als jugendliches Mitglied einer Pyramidenbauer- und Springertruppe nach Europa und tourt mit verschiedensten Circusunternehmen vom südlichsten Spanien bis in den kalten Norden von Norwegen. Dabei erlebt er viele sonderbare und unglaubliche Dinge, die selbst dann, wenn er sie ganz bescheiden erzählt, noch wie Lügen klingen.

Nach vielen Jahren in Akrobatentruppen tut er sich mit einem anderen Marokkaner zum »Duo Abdul & Abdul« zusammen. Sie erarbeiten eine clowneske Handstandakrobatik und lernen bei einem Engagement in Frankreich die Hochseilartisten Benno und Lothar Kastein kennen, die gerade auf die Idee kommen ihren »Circus Flic Flac« zu gründen. Abdul & Abdul werden als Akrobaten und »Mädchen für alles« engagiert und kommen mit nach Deutschland.

Drei Jahre bleibt Abdul beim Circus Flic Flac, bis er 1993 seine jetzige Frau Beate kennen lernt, heiratet und sich schließlich ganz dem Leben als Straßenkünstler, Hausmann und Vater hingibt. Bei der Betreuung und Erziehung seiner Kinder Andalusi und Anisa lernt er eine ganz neue Seite an sich kennen und beginnt in Bremen als Trainer in Kinder- und Jugendcircussen und als Kinderclown zu arbeiten.

1999 packt ihn endlich wieder das Reisefieber. Durch glückliche Fügung oder Vorsehung trifft er auf den Circus Luna, der gerade einen fröhlichen Akrobatiktrainer sucht. Seitdem ist Abdul jeden Sommer für einige Monate beim Circus Luna Zuhause.

Luftakrobatin Erna Sommer aus Oberbayern

Schon früh merkt Erna, dass sie Spaß an der Bewegung und Bühnendarstellung hat. Doch als sie mit 12 Jahren dem „Kindercircus Regenbogen“ von Johannes Warth (Clown Tschappo) beitritt, weiß sie noch nicht, dass damit auch die Weichen für ihr weiteres Leben gestellt sind.

Nach einer kleinen Circusausbildung (Jonglieren, Einradfahren, Akrobatik …) ist bald klar, dass ihre Liebe der Trapezartistik gilt. Die geschnupperte Circusluft, die vielen Auftritte, Trainingscamps und das Fiebern hinter dem Manegenvorhang, lassen sie von nun an nicht mehr los. Als sich der Circus Regenbogen schließlich auflöst, ist für Erna klar, dass der Spaß am Circuszauber für sie noch lange nicht zu Ende ist.

Nach dem Schulabschluss erlernt Erna zunächst den Beruf der Raumausstatterin und macht parallel hierzu eine Ausbildung zur Fitnesstrainerin. Ab dem Sommer 2003 besucht sie die Staatliche Artistenschule Berlin und absolviert mit ihrer sensationellen Trapeznummer.

Höhepunkte ihrer bisherigen Artistenkarriere sind der Auftritt beim Festival „Cirque de Demain“ (Circus von morgen) in Paris im Januar 2006 und eine Bronzemedaille beim Festival der Akrobatikkunst in Wuhan (China) im Oktober 2006.

Neben ihren Engagements bei Varietés, Galas und Festivals lässt sie weiterhin als Trainerin für Luftartistik Kinderträume wahr werden.

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Jongleur und Opernsänger Jan Kristof Schliep aus Hannover

Schon als Kind begeistert er sich für Musik und will am liebsten Balletttänzer werden. Doch leider nimmt keiner diesen Wunsch richtig ernst. So kommt es, dass er, anstatt selbst zu tanzen, Bälle im Rhythmus der Jonglage tanzen lässt. Gleichzeitig lernt er verschiedene Instrumente (u.a. Klavier, Gitarre, Querflöte, Konzertina und Singende Säge) spielen.

Nach der Schule und dem Zivildienst studiert er zunächst sechs Semester Sonderschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Musik (Saxophon und Gesang). Gleichzeitig tritt er zusammen mit einer Partnerin mit verschiedenen Varieté-Darbietungen rund um Musik und Jonglage als „omicron“ und mit dem Varieté-Ensemle „Fette Schnecke“ auf. Um das Spektrum abzurunden ist Kristof außerdem zwei Jahre lang im GOP-Varieté Hannover als stellvertretender Bühnenmeister für den reibungslosen Showablauf hinter den Kulissen tätig. Durch die Mitwirkung und Arbeit an verschiedenen Theatern, dem Circus Luna und dem Varieté kennt er die Bühne bzw. Manege von den verschiedensten Seiten.

Ganz „nebenbei“ hat Kristof auch noch acht Semester Operngesang studiert und ist seit 2006 Diplom Opernsänger. Von 2007 bis 2016 ist er Ensemblemitglied am Theater für Niedersachsen in Hildesheim und wählt dann die Selbständigkeit um wieder allen seinen vielfältigen künstlerischen Interessen nachkommen zu können.

So ist er jetzt wieder, zusammen mit dem Pianisten Eelco Herder, mit seiner eigenen Varieté-Revue „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen“ da auf Bühnen in ganz Deutschland unterwegs, ist Konzertsänger, hält Dudelsack- und Bühnenpräsenz-Workshops oder sorgt als Jongliertrainer und Chefrequisiteur vor und hinter den Kulissen des Circus Luna für einen reibungslosen Ablauf.

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Marc Colli, Clown Conc aus Kapstadt, Südafrika

Immer lächeln und immer vergnügt, das ist das Lebensmotto von Clown Conc. An der Universität von Kapstadt studiert er zunächst Schauspiel und Pädagogik, obwohl er immer, vom ersten Atemzug an, ein „Dummer August“ sein will, oder besser gesagt, für diesen Beruf geboren ist.

Schon die ersten Erinnerungen, die Conc von seiner Kindheit hat, handeln vom Circus und der Freude den Clowns zu zu sehen. Seine erste eigene Circusvorstellung präsentiert er als Kind im Garten, mit einem Hund als Löwe, einer Gummischlange und einer Trapeznummer im Obstbaum.

Später verdient er sich als Kinderzauberer sein erstes Geld und spart für eine Europareise. In Europa ist er total von der großen Circustradition überwältigt und beginnt sofort nach seiner Heimkehr in Kapstadt seine eigene Clownsfigur zu entwickeln. In dieser Zeit muss er auch seinen Wehrdienst ableisten und wird so für zwei Jahre der offizielle „Militärclown“ des noch bestehenden Apartheids-Regime.

Hierauf geht er wieder nach Europa und beginnt mitten im Winter auf den Boulevards von Paris mit einer harten Schule als Clown. Auf den Straßen und Plätzen Europas verdient er, zusammen mit seinem langjährigen Partner, dem Weißclown Cinc, das Geld für einen eigenen Circus, den „Dream Circus“, den sie in der Heimat gründen. Ein Experiment, das sie allerdings nach einer Saison wieder aufgeben müssen, da sie als Clowns in der Manege stehen und nicht als Geschäftsmänner am Schreibtisch sitzen möchten.

Circustrainer und Circus-Jugendübungsleiter

Gerade bei den Feriencamps tragen die vielen Circus-Jugendübungsleiter und Circustrainer einen sehr großen Teil der Arbeit. Sie alle waren selbst viele Jahre Circuskinder und haben hier Spaß gehabt, Gemeinschaft erlebt, Freundschaften geschlossen und ganz nebenbei auch artistische Fähigkeiten erlangt.

Diese Erlebnisse und Fähigkeiten geben sie nun in ihrer Freizeit der jeweils nächsten Circusgeneration weiter und halten so den Circus immer jung. Sie kennen und schätzen die Traditionen, Regeln und Abläufe im Circus Luna von klein auf und setzen diesen mit ihrer sonstigen Lebenswelt in Bezug. So gewährleisten gerade sie, dass der Circus Luna in seinem Kern bleibt was er ist und sich dabei trotzdem weiter entwickelt.

Die Qualifizierung von immer neuen Circus-Jugendübungsleitern und Circustrainern ist uns hieraus ein wichtiges Anliegen und eine Verpflichtung.

Freiwilliges Soziales Jahr in der Kultur (FSJ-Kultur)

Bereits seit 2003 sind wir Einsatzstelle für das Freiwillige Soziale Jahr in der Kultur, kurz FSJ-Kultur. Vom 1. September bis zum 31. August haben ein oder zwei Jugenliche die Möglichkeit ein Circusjahr zu begleiten und mitzugestalten.

Neben der Mitarbeit als Übungsleiter in den Circusprojekten erhalten sie Einblicke in Organisation, Verwaltung, Wartung und Instandhaltung. Sie nehmen an Fortbildungen und Tagungen teil und lernen so Circuspädagogik auch in einem größeren Kontext kennen.

Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist auch das eigenverantwortliche Projekt, bei dem die Freiwilligen Kostüme, Masken, Requisiten oder Kulissen für das kommende Saisonprogramm entwerfen und anfertigen. Hiermit hat bisher jeder einzelne FSJ'ler eigene Akzente gesetzt, die auch noch nach vielen Jahren sichtbar und lebendig im Einsatz sind.

Eine wesentliche Aufgabe von jedem Freiwilligendienst ist es den Jugendlichen berufliche Orientierung zu geben. Einen wichtigen Beitrag hierfür bilden auch die vom Träger, der BAG-Spielmobile, durchgeführten Seminarwochen und Bildungstage. Dass das gelingen kann, zeigt sich auch darin, dass aus unseren Ehemaligen unter anderem Erzieher, Sozialpädagogen, Tanzpädagogen, Sportwissenschaftler, Kommunikationsdesigner, Physiker und Maschinenbauer geworden sind.

Leitbild

Die Circusarbeit mit Kindern und Jugendlichen beinhaltet aus sich heraus eine Vielzahl an pädagogischen Möglichkeiten. Die ihr bei einer Maßnahme konkret zugeschriebenen Eigenschaften und die angestrebten Ziele stellen daher nur eine Auswahl aus vielen Möglichkeiten dar. So wird ein Heilpädagoge oder Therapeut andere Ziele anstreben als ein Sportlehrer oder ein Sozialpädagoge. Ein Trainer einer professionellen Artistenschule wird pädagogische Ziele nicht oder nur ganz am Rand verfolgen. Für uns dagegen sollte immer das Individuum im Vordergrund stehen und die Circuskunst als Mittel zur Persönlichkeitsentfaltung dienen.

Circus-Kunst

Die Eleven (Circusschüler) sollen mit Spaß und Eigenmotivation an die Artistik herangeführt werden. Das Ziel des Trainings sind nicht die Spitzenleistungen, sondern vielmehr die Erziehung zu Mündigkeit, Gemeinschaftssinn, Selbst- und Körperbewußtsein und künstlerisches Ausdrucksvermögen. Durch die Wahrhaftigkeit der Emotionen wird der Kinder- und Jugendcircus zu einem Kunstwerk, das so von routinierten Profiartisten nur schwer aufrecht zu erhalten ist.

Eine wesentliche Stärke unserer Circusprojekte liegt auch darin, dass sie den Teilnehmern nicht als pädagogische Maßnahme übergestülpt werden. Vielmehr wirkt der Circus aus sich selbst heraus motivierend auf die Heranwachsenden. Die Kinder und Jugendlichen wählen aus einer Vielzahl von Möglichkeiten , die der Circus ihnen bietet, etwas aus, das ihren Wünschen und Fähigkeiten am meisten entspricht, geben sich eigene Ziele, setzen diese dann gemeinsam in einer Gruppe um und präsentieren das Gelernte in der abschließenden Vorstellung. Für diese Leistung bekommen sie von den Zuschauern echte Anerkennung und Bewunderung in Form von Applaus.

Dieser künstlerisch-pädagogische Aspekt ist für uns der wichtigste. Am besten beschrieben ist er mit dem Begriff der „Ästhetischen Bildung“. Ästhetik ist dabei nicht als Synonym für Schönheit zu verstehen, sondern auch in seiner wörtlichen Bedeutung „sinnliche Wahrnehmung“ (griechisch aisthesis). Es geht dabei also um ein Lernen mit allen Sinnen und aus eigenem Antrieb heraus.

In diesem Sinne verbietet es sich für uns Kinder und Jugendliche im Circus zu Objekten von Förderplänen, Therapien und Leistungsvorgaben zu machen. In jedes Kind setzen wir das Vertrauen, dass es für sich selbst die entsprechenden Herausforderungen sucht. Wir schaffen dann mit unserer Fachkompetenz und Erfahrung den Rahmen, dass dieses Kunststück gelingen kann.

Circus-Abenteuer

Große Kinder im zweiten Lebensjahrsiebt brauchen echte Abenteuer und Herausforderungen an denen sie sich mit anderen messen können. Schon immer schließen sie sich daher in Gleichaltrigengruppen zu kleinen Banden zusammen, machen Mutproben und setzen sich Gefahren aus. Das alles findet natürlich abgeschottet von der Erwachsenenwelt in aller Heimlichkeit statt, damit die Eltern sie nicht vor diesen unkalkulierbaren Risiken bewahren können.

Wenn den Kindern dabei nur selten etwas schlimmes zustößt, liegt das wohl auch daran, dass sie von klein auf lernen ihre Fähigkeiten und Grenzen richtig einzuschätzen. Gleichzeitig befinden sie sich im motorischen Lernalter und sind viel schneller in der Lage sich neue körperliche Fähigkeiten anzueignen als Erwachsene. Leicht können wir das erleben, wenn wir selbst einmal versuchen ein neues Sportgerät unserer Kinder, das es so in unserer Jugend noch nicht gab, selbst einmal auszuprobieren.

Leider engen wir dieses Abenteuerbedürfnis unserer Kinder immer mehr ein. Öffentliche Spielräume gehen verloren, Freizeit wird durch Schule und organisierte Freizeitangebote verplant, Risiken und Gefahren werden durch Richtlinien, Unfallverhütungsvorschriften, Sicherheitsdenken und „Handyüberwachung“ ausgeräumt.

Erkannt haben den Erlebnishunger der Kinder vor allem die kommerziellen Anbieter, die Werbung und nicht zuletzt die Computertechnologie. Das Ergebnis sind sichere Indoor-Kinderwelten mit Kletterwänden, Trampolinen und Rutschen, die nur mit Vollüberwachung und nach genauer Gebrauchsanweisung genutzt werden dürfen, Süßigkeiten- oder Bekleidungswerbungen, die Abenteuer in der Natur vorgaukeln und virtuelle Abenteuer in animierten Computerwelten. Richtig Erlebnisse kann das alles natürlich nicht ersetzen. Die Folgen sind Aufmerksamkeitsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und Krankheiten.

Deshalb wollen wir mit unseren Circusprojekten nicht Circus spielen, sondern echte Abenteuer ermöglichen. Das geht immer nur dann, wenn wir auch das Risiko und das Scheitern an diesem zulassen. Risiko ist in diesem Fall ganz im Sinne seines Wortursprungs (griechisch rhizikon oder lateinisch resecum = Klippe) zu verstehen. Eine Klippe, die wir lernen müssen zu umschiffen, damit uns daraus neue Horizonte eröffnet werden.

Gerade, weil wir dieses Risiko bewusst eingehen, sind wir darauf vorbereitet, dass ein Kind an einem Wagnis scheitert und halten sichere Artistengeräte und Matten bereit. Wir machen vor, erklären, geben Hilfestellung, greifen ein und fangen ein Kind wenn nötig auch auf.

Circus-Luna-Hof

Der Circus-Luna-Hof ist ein ehemaliges Mühlenanwesen in der Nähe der Kleinstadt Hammelburg, im Landkreis Bad Kissingen, in Unterfranken, ganz im Norden von Bayern aber mitten in Deutschland.

Vor über 500 Jahren wird an dieser Stelle eine Mühle errichtet. Im Laufe der Jahre wird das Anwesen immer wieder umgebaut und vergrößert. Das Haupthaus erhält seine jetzige Form im Jahr 1880. Die Scheune wird zuletzt im Jahr 1897 erheblich vergrößert.

Vor etwa 60 Jahren eröffnet die damalige Müllerin das "Gasthaus Zur Mühle" und bietet schon damals Ferien auf dem Bauernhof an. Vor etwa 40 Jahren wird die Mühle stillgelegt und die Wohnung zur Pension umgebaut. Der eigentliche Mühlenteil mit allen Einbauten bleibt allerdings bis zum Verkauf unverändert.

Im Jahr 2000 kaufen Claudia und Peter Bethäuser das Anwesen um es zum Circus-Hof auszubauen. Nach einer umfassenden baubiologischen Renovierung kann der Circus Luna zu Weihnachten 2002 in das Anwesen einziehen und im darauf folgenden Sommer mit den ersten Circusprojekten beginnen.

Unmittelbar an der fränkischen Saale gelegen bietet der Circus-Luna-Hof genügend Platz für den Circus. Mit seinen weiß-roten Circuszelten, Schlafzelten, Trainingssaal, Speisesaal, Selbstversorgerküche, Lager, Werkstatt, Scheune und Badestrand an der Saale bietet er ideale Voraussetzungen für Circusferien und Schullandheim-Aufenthalte.

Circuszelt

Das Herzstück eines Circus ist natürlich sein Circuszelt. Der kleine weiß-rote Viermaster mit einem Durchmesser von nur 16 Meter hat eine Grundfläche von 200 m². Mit Gradin (ansteigender Bestuhlung) bietet er Platz für bis zu 300 Zuschauer.

Nach wie vor gehen wir als echter Circus auch gerne auf Reise und besuchen Sie in Ihrer Schule, Stadt oder Gemeinde.

An das eigentliche Tabernakel (hebräisch für Zelt = Komödiantensprache) ist hinter dem Sattelgang eine kleine Garderobe angebaut, in der bei den Projekten auch die Clowns und Fakire proben können.

Vor dem Chapiteau (französisch für Circuszelt = Artistensprache) steht das Restaurationszelt. Mit seinen 64 m² Grundfläche und Luftaufhängungen kann es unter der Woche als Trainingszelt für zwei Gruppen dienen und am Wochenende den Pausenverkauf beherbergen.

Das alles ist so konzipiert, dass es, nur mit Hilfe eines großen Vorschlaghammers und zwei Schraubenschlüsseln, schnell zerlegt, in Anhänger verladen, mit einer Zugmaschine transportiert und an einem anderen Ort in wenigen Stunden wieder aufgebaut werden kann.

Da, wo für das Big Top (amerikanisch für Circuszelt = Neusprech) kein Platz ist, kann ein kleines Circusprojekt auch nur mit unserem Mini-Circuszelt oder mit Standapparat als Freiluftarena stattfinden. Im Winterhalbjahr verwandeln wir mit Manege, Sattelgang und ansteigender Bestuhlung auch gerne ihre Turnhalle oder einen Saal in einen richtigen Circusbau.

Anfahrt

Anreise mit der Bahn über den Bahnhof Gemünden/Main oder Schweinfurt - weiter mit der Regionalbahn bis Haltepunkt Westheim-Langendorf - weiter zu Fuß ortseinwärts immer der Westheimer Strasse folgend (700 Meter) - über die alte Saalebrücke.

Anreise mit dem PKW über die A7 Würzburg-Kassel, Abfahrt Hammelburg - B287 Richtung Hammelburg - nach 2 km rechts abbiegen. (Abzweig: Langendorf/Erdfunkstellle) Nach ca.700m links abbiegen.

Der Circus-Luna-Hof liegt zwischen Langendorf und Westheim unmittelbar an der alten Saalebrücke.

Kontakt

Claudia & Peter Bethäuser
Westheimer Str. 10
97725 Langendorf

09732-786101
info@circusluna.de